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Spinnen

Nimm Zuflucht zum Spinnen, damit sich der Geist beruhigt. Die Musik des Rades ist Balsam für unsere Seele. Ich glaube, das Garn das wir spinnen, ist in der Lage, die Risse im Gewebe unseres Lebens zu flicken. Das Spinnrad ist ein Symbol der Gewaltlosigkeit, auf der alles Leben - wenn es denn ein richtiges Leben sein soll - beruhen muss.

Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

...nicht zuletzt deshalb wird das Handspinnen häufig als Therapie angewandt...

 

Beim Spinnen wird das Faserband dünn ausgezogen und durch den sog. Drall (die Drehung) fixiert, so dass der Faden am Ende nicht reißt. Daraus folgt, dass z. B. ein dickerer Faden weniger Drall benötigt als ein dünnerer. Je mehr Drall ein Faden bekommt, desto reißfester wird er, allerdings auch härter, also weniger flauschig. 

Gesponnen werden kann mit sehr einfachen Materialien, wie einer Handspindel (die sich viele Handspinner übrigens auch selbst bauen - z. B. in Form einer CD-Spindel).

Auf den Bildern sehen Sie eine Fuß- und eine Kreuzspindel.

 

Schneller geht es allerdings mit einem Spinnrad, es erspart das Schwung geben mit der Hand und übernimmt den Fadeneinzug, somit muss der Faden nicht ständig manuell aufgewickelt werden.

 

 

Prinzipiell werden zuerst Einzelfäden gesponnen, die danach wiederum miteinander verzwirnt werden, um dem Garn mehr Stabilität und Reißfestigkeit zu verleihen. Üblicherweise werden von Hand hauptsächlich 2-fädige, manchmal auch 3-fädige Garne hergestellt. Grundsätzlich funktioniert das Verzwirnen aber auch mit mehr als 3 Einzelfäden, das Garn wird dann eben entsprechend dicker, aber auch haltbarer. Um die Eigenschaften der fertigen Wolle zu verändern, können die Fasern nicht nur beim Kardieren gemischt werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass man z. B. einen Einzelfaden Alpaka mit einem Seidenfaden verzwirnt.

Außerdem können beim Verzwirnen schöne melierte Garne entstehen, wenn zwei Einzelfäden unterschiedlicher Farbe miteinander verdrillt werden.

Anschließend wird das fertige Garn von der Handspindel oder der Spule auf eine Haspel gewickelt. Dies ermöglicht einerseits die Lauflängenbestimmung und andererseits erhält man so einen Wollstrang mit dem man gut weiterarbeiten kann.

 

Denn das Garn wird noch einem Entspannungsbad unterzogen, damit sich die Spannung verteilt und legt (vergleichbar mit Lockenwicklern, hier werden die Haare auch befeuchtet und getrocknet, damit sich die "Drehung" in den Haaren hält). Dafür wird es in klares Wasser eingelegt, langsam und ohne Bewegung erhitzt, (ansonsten droht Filzgefahr) ebenso langsam wieder abgekühlt, aus dem Wasser genommen und zum Trocknen aufgehängt. Beim Trocknen wird es mit einem Kleiderbügel leicht beschwert.

Bevor das Garn verstrickt oder verhäkelt wird, sollte es noch zu einem Knäuel gewickelt werden. Am besten so, dass der Faden von innen herausgezogen werden kann, damit man nicht ständig seinem Knäuel "hinterherspringen" muss ;-). 

 

 

 

 

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